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Giardien

Giardien sind ein immer aktuelles "Panikthema" unter Hunde- und Katzenhaltern. Was aber sind Giardien? Wie läuft die Diagnose ab? Und wie behandelt man? All das habe ich hier zusammengefasst.

Was sind Giardien?

Giardien sind Einzeller, die zu den Protozoen gehören. Sie siedeln sich im Dünndarm an und lösen zum Teil massive Durchfälle aus.
Sie sind weltweit verbreitet unter vielen Tierarten (neben Hunden und Katzen auch bei Huftieren, Vögeln und Reptilien). Auch der Mensch kann sich infizieren.

Tödliche Verläufe sind extrem selten und treten eigentlich nur bei massiv vorgeschwächten Individuen auf.

 

Es gibt verschiedene Unterarten (Genotypen), die teilweise artspezifisch sind. So kann der Genotyp A bei Menschen, seltener bei Hunden und Katzen zu finden sein, während der Genotyp B alle 3 Spezies betreffen kann.
Genotyp C und D sind spezifisch für den Hund und Genotyp F für die Katze.

Wie können sich Hund und Katze infizieren?

In der Regel werden die Zysten über verunreinigtes Wasser aufgenommen, wobei verschiedene Szenarien denkbar sind.

Von der verunreinigten Pfütze am Wegesrand, öffentliche Wassertränken für Hunde (z.B. Zu finden in vielen Zoofachmärkten), bis hin zu Teichen.  Die Ausscheidung erfolgt über den Kot betroffener Tiere (andere Hunde und Katzen, Vögel, Nager).

Auch möglich ist das Hereinschleppen an Kleidung oder Händen von Besitzern und Besuchern nach Kontakt zu infizierten Tieren oder verunreinigten Gegenständen ist möglich.

Die Inkubationszeit von Infektion bis Ausbruch der Erkrankung beträgt 3-21 Tage.

 

In der Außenwelt sind die Zysten bis zu 3 Wochen infektiös, in kühlem Wasser bis zu 3 Monaten.

Wie zeiten sich Symptome? Ist eine Infektion in jedem Alter möglich?

Die Stärke der Symptome ist unter anderem abhängig vom Immunstatus des einzelnen Tieres. Bei gesunden, immunstarken Tieren kann eine Infektion völlig symptomlos verlaufen.

Ein Tier kann sich in jedem Alter infizieren.

 

Gerade aber bei Jungtieren, Tieren mit einem schlechten Allgemeinzustand und/oder Immunsystem und/oder kohlenhydratreicher Ernährung kann es zu Durchfall (schleimig bis blutig) kommen, gelegentlichem Erbrechen, Blähungen und Störung der Verdauung mit den Zeichen einer Mangelernährung (unter anderem Gewichtsabnahme, schlechtes/stumpfes Fell) kommen.

Wie wird es diagnostiziert?

Die Diagnose wird mittels eines speziellen Untersuchungsverfahrens der Kotprobe gestellt, dem ELISA (Testverfahren).

Auch eine Untersuchung mittels PCR ist möglich. Eine normale Parasitologische Untersuchung ist in der Regel keine Option. Ein Schnelltest kann einen ersten Hinweis geben, jedoch ist die Fehlerquote zu beachten. Der Genotyp lässt sich nur mittels PCR, nicht mit ELISA bestimmen, das ist in der Praxis allerdings nicht notwendig.

Wichtig zu bedachtem ist, dass Giardien mitunter nicht in jedem Kotabsatz nachzuweisen sind, von daher sollte eine Sammelkotprobe über 2-3 Tage durchgeführt werden.

Wie wird es behandelt?

Schulmedizinisch gibt es mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel Fenbendazol (bekannt in der Regel als Panacur) oder Metronidazol. Diese werden an das Gewicht adaptiert dosiert und nach bestimmten Schemata gegeben.

 

Weiterhin empfiehlt es sich in jedem Fall auf ein kohlenhydratfreies Futter umzustellen und den Darm mittels Prä- und Probiotika zu sanieren.
Weiterhin können naturheilkundliche Mittel unterstützend gegeben werden, zum Beispiel die Kräuterbuttermilch mit Oregano, Thymian und Majoran (hier sei aber gesagt, bei Katzen sollte man hier Abstand halten, sie vertragen ätherische Öle, wie sie in den Kräutern vorhanden sind, nicht).

Wie lange dauert es bis mein Tier wieder gesund ist? Kann sich mein Tier erneut anstecken?

Ein genauerer Zeitraum lässt sich nicht vorhersagen. Es ist abhängig vom Behandlungsschema, ob die Giardien möglicherweise resistent auf das eingesetzte Medikament sind. In jedem Fall sollte nach der Behandlung, auch wenn sich die Symptome verbessert haben, nochmals der Kot auf Giardien untersucht werden.
Die Ausbildung einer Resistenz gegenüber Giardien ist nicht möglich, wohl aber bei einer gesunden Ernährung und einem guten Immunsystem eine niedrigere Infektionswahrscheinlichkeit.

Muss nur das betroffene Tier behandelt werden? Können sich Tiere gegenseitig infizieren?

Es sollten immer alle sich im Haushalt befindenden Tiere (Hunde, Katzen, ggf. Nager) behandelt werden.

Ein infiziertes Tier kann die anderen anstecken. Behandelt man nur das infizierte Tier, so können sich in der Zeit der Behandlung weitere Tiere mit Kontakt zum infizierten Tier anstecken. Eine Art Ping-Pong-Effekt entsteht.

Kann ich normal weiter füttern?

Das Wichtigste ist: keine Kohlenhydrate. Giardien lieben Kohlenhydrate. Somit fällt eigentlich jegliches Trockenfutter eigentlich raus. Empfehlenswert ist natürlich eine Ernährung mit frischem Futter (BARF), alternativ eignet sich auch ein gutes Nassfutter. Hierbei sollte die Deklaration offen sein und auch der pflanzliche/kohlenhydrathaltige Anteil klar erkennbar sein.

 

Die bei Durchfällen oft empfohlene Morosche Karottensuppe ist hier zum Beispiel kontraproduktiv, denn Karotten enthalten als Gemüse vergleichsweise viele Kohlenhydrate.
Weiter enthalten auch Kartoffeln, Reis, jegliches (Pseudo-)Getreide sehr viele Kohlenhydrate und sollten vom Speiseplan gestrichen werden.

 

Als Schonkost wäre gekochtes Huhn (ohne Karotte, Kartoffeln, Reis oder ähnliche Dinge, die oft Empfehlung finden) denkbar.

Wie ist das mit der Hygiene?

Hygiene ist das A und O.

Giardien lassen sich durch die üblichen Putz- und Desinfektionsmittel nicht abtöten. Aber Hitze, starke Kälte und Trockenheit mögen die Plagegeister nicht.

Alles was über 60°C an Decken, Bettchen und ähnliches gewaschen werden kann, sollte gewaschen werden und in der Zeit der Therapie bis zum negativen Befund entfernt werden.

Ein Dampfstrahler kann bei nicht waschbaren Flächen von großem Nutzen sein.

Alles was nicht gewaschen/gekocht werden kann, kann für einige Tage eingefroren werden.

 

Futter- und Wassernäpfe sollten nach jeder Fütterung bzw. alle 24 Stunden ausgekocht werden bzw. im höchstmöglichen Programm der Spülmaschine gespült werden.

 

Das Katzenklo sollte mehrmals täglich gereinigt werden, wenig Streu einfüllen und dieses täglich auswechseln.

 

Bei Tieren mit langem Fell ist es sinnvoll den Bereich um den Po herum zu scheren bzw. das Fell zu kürzen, damit Kotreste nicht im Fell hängen bleiben, zudem sollte nach Kotabsatz der Po gesäubert werden.

Was kann ich vorbeugend tun/geben?

Das Wichtigste ist noch eine gesunde, artgerechte Ernährung, welches für eine optimale Darmgesundheit sorgt. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein auch vorbeugend die Abwehrkräfte zu unterstützen und die Darmflora aufzubauen.

 

Weiterhin sollte man seinem Hund keinen Zugang zu öffentlichen Wassertränken bieten. Eine Alternative wäre eine kleine (der Hundegröße entsprechende) Menge Wasser und ein kleines Gefäß mitzuführen und auch der Kontakt zum Kot anderer Tiere sollte vermieden werden.

Haben Sie Probleme mit Giardien? Wünschen Sie Unterstützung? Dann kontaktieren Sie mich und gemeinsam finden wir einen Plan gegen die kleinen Plagegeister.

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© Mandy Kneeland