Pflanzlicher Anteil im Napf von Hund und Katz

Selbst zubereitete Rationen für Hunde und Katzen, egal ob roh oder gekocht, enthalten in der Regel einen Anteil pflanzliches. Für Hunde mehr, für Katzen weniger.

 

Aber warum? Hunde, und vor allem Katzen sind doch Fleischfresser.

Ja sind sie, aber nicht ausschließlich. Wenn wilde Hunde oder Wölfe und Katzen ein Beutetier fressen, so fressen sie auch Fell und Magen-Darm-Inhalt ihrer Beutetiere zumindest teilweise. Somit erhalten sie in der Wildnis ihre Ballaststoffe.

 

Ballaststoffe dienen in erster Linie darum, die Menge vom Kot zu erhöhen und dieser kann somit besser vom Darm transportiert werden. Auf der anderen Seite bringen die Ballaststoffe aber auch Futter für die Bakterien im Dickdarm.

 

Die Darmflora besteht aus vielen verschiedenen Bakterienarten, die gewisse Ballaststoffe dafür nutzen können, um ihren Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. So wird die Darmflora positiv beeinflusst. Es verhindert das sich unliebsame Bakterien breit machen können und eine stabile Darmflora fördert wiederum die Gesundheit positiv. Immerhin wissen wir heute, dass ein großer Teil unseres (und auch das unserer Tiere) im Darm sitzt.

Außerdem liefern Gemüse und Obst eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe, von denen sogar noch viele unbekannt sind. Auch hier können Hunde und Katzen profitieren.

 

Was aber geht an Gemüse und Obst im Hunde- und Katzennapf?

 

Generell gilt – alles was verträglich ist und schmeckt. Etwas Abwechslung ist gut, aber man muss sich nicht quer durch den Gemüseladen arbeiten. Viele bevorzugen es saisonal/regional einzukaufen. Im Laufe des Jahres 2020 erhältst du hier einen aktuellen Saisonkalender.

 

Bei Katzen ist die Auswahl etwas eingeschränkter. Sie vertragen manches weniger als Hunde und dann kommt noch die Sache der Akzeptanz. Gemüse und Obst was streng riecht oder schmeckt finden die Samtpfoten oftmals als genussuntauglich.

Hier hilft es sich ranzutasten, ggf. einzuschleichen. Also eine kleine Menge Neues unter eine große Menge Bekanntes zu packen.

 

Eine kleine Auswahl an möglichen Gemüse- und Obstsorten (Liste nicht vollständig)

 

  • Eisbergsalat
  • Chicorée
  • Schwarzwurzeln
  • Topinambur
  • Erdbeeren
  • Wassermelone
  • Hagebutten
  • Katzengras
  • Apfel
  • Birne
  • Wurzelpetersilie
  • Knollenfenchel
  • Portulak
  • Brunnenkresse
  • Brombeeren
  • Pastinaken
  • Karotte
  • Gurke
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Feldsalat
  • Lollo Rosso
  • Bananen
  • Himbeeren

 

Für Hund und Katze ungeeignet sind diese Gemüse- und Obstsorten (Liste nicht vollständig)
 

  • Zwiebeln
  • Avocados
  • Auberginen
  • (teilweise) grüne Tomaten
  • grüne und gelbe Paprika
  • Hülsenfrüchte
  • rohe Kartoffeln
  • Rettich

 

  • Holunderbeeren
  • Weintrauben
  • Quitten

 

 

Für Hunde in kleiner Menge möglich: Kohlsorten, Bärlauch, Knoblauch, stark ätherisches-Öl-haltige Küchenkräuter oder Artischocken

 

Tipps zur praktischen Handhabung

 

Der Gemüseanteil sollte dem Obst überwiegen, ca. 75 zu 25% und ein guter Anteil sollte Blattgemüse darstellen. Hier kann man, um Abwechslung reinzubringen immer ein Teil Grün

Damit die sekundären Pflanzenstoffe im Gemüse und Obst für Hunde und Katzen brauchbar werden, muss man die Bestandteile in gewisser Weise verarbeiten. Ihrer Verdauung fehlt es an den nötigen Enzymen, um die Zellen aufzuschließen.

Gemüse und Obst kann größtenteils roh püriert oder fein gerieben gefüttert werden. Einige Gemüsesorten sollten nur erhitzt den Weg in den Napf finden, beispielsweise oxalsäurereiche Sorten wie Rote Beete oder Spinat, aber auch Kohlsorten sollten nur erhitzt gefüttert werden (und nur an Hunde und in kleinen Mengen).

 

Wenn vorportioniert wird, kann die pflanzliche Mischung mit eingefroren werden, oder separat in kleinen (Eiswürfel-)Formen. Gemüse und Obst können aber auch täglich frisch zum Futter hinzugefügt werden.

 

Und wenn der pflanzliche Anteil nicht gefressen wird?

 

Das kann, gerade am Anfang, durchaus vorkommen.

Für Hunde kann man zu Beginn etwas Butter oder Joghurt (im Idealfall laktosefreien) über das Gemüse geben oder mit selbst gekochter Fleischbrühe übergießen, oder mit etwas anderem sehr reizvollem zu Mischen.

Bei beiden Tierarten kann zu Beginn die Menge reduziert werden.
Manchmal kann es aber auch zur Verweigerung kommen, wenn etwas nicht vertragen wird. Hier kann es sinnvoll sein einmal andere Sorten zu probieren und/oder das Gemüse zu dünsten und dann zu pürieren.

 

Als Alternative für Totalverweigerer stehen Ballaststoffe wie Flohsamenschalen zur Verfügung. Bei Flohsamenschalen benötigt die Fellnase deutlich weniger, denn der Ballaststoffanteil von Flohsamenschalen ist ungleich höher als bei Gemüse und Obst.
Flohsamenschalen immer Wasser einweichen, da sie sehr stark aufquellen und sonst zur Verstopfung führen könnten.